Rothschilds Gräber | F. G. Klopstock PDF Udskriv

F. G. Klopstock: Rothschilds Gräber (Roskildes grave; tysk digt; 1766)
Den tyske forfatter Klopstock var gæst ved Frederik 5.s hof i knap 20 (!) år fra 1751-70. Digtet om Roskildes grave er skrevet til kongens bisættelse i Roskilde domkirke 1766. Se også Ewalds digt skrevet til samme lejlighed.

ROTIISCHILDS GRÄBERAch, hier haben sie Dich bcy deinen Vätern begraben.

Den wir liebten, um den lange die Thräne noch fliesst;

Jene treuere, die aus nie vergessendem Herzen

Kommt, und des Einsamen Blick spät mit Erinnerung trübt.

Sollt um seinen entschlafenen König nicht Thränen der Wehmut

Lange vergiessen ein Volk, dessen Wittwe nicht weint?

Ach, um einen König, von dem der Waise, des Dankes

Zähren im Aug', oft kam, lange nicht klagen sein Volk?

Aber noch wend' ich mich weg, kann noch zu der Halle nicht hingehn,

Wo des Todten Gebein neben der Todten itzt ruht,

Neben Luisa, dic uns des Kummers einzigen Trost gab,

Die wir liebten, der auch spätere Traurigkeit rann!

O ihr älteren Todten, ihr Staub! einst Könige, früh rief

Er den Enkel zu euch, der die Welten beherrsht!

Ernst, in Sterbegedanken, umwandl' ich die Gräber, und lese

Ihren Marmor, und seh Schrift wie Flammen daran,

Andre, wic die, so die Aussengestalt der Thaten nur bildet,

Unbekannt mit dem Zweck, welchen die Seele verbarg.


 

Furchtbar sehimmert die himmlische Schrift::Dort sind sie gewogen,Wo die Krone des Lohns, keine vergängliche, strahlt!Ernster, in tieferer Todesbetrachtung meid' ich die HalleStets noch, in welche dem Thron Friederichs Trümmer entsank!Denn mir blutet mein Herz um Ihn! O Nach't des Verstummens,Als die Aussaat Cott säte, wie traurig warst du!

Aber warum wank' ich, und säume noch stets, zu dem Grabe

Hinzugehen, wo Er einst mit den Todten erwacht?

Ist es nicht Gott, der Ihn in seine Gefilde gesät hat?

Ach, zu des ewigen Tags dankenden Freuden gesät?

Und, o sollte noch weich dess Herz seyn, welcher so Viele,

Die er liebte, verlor, Viele, die glücklicher sind?

Dessen Gedanken urn ihn schon viel Unsterbliche sammeln,

Wenn er den engeren Kreis dieser Vergänglichkeit misst,

Und die Hütten an Gräbern betrachtet, worinn die Bewohner

Träumen, bis endlich der Tod sie zu dem Leben erweckt!

Diese Stärke bewafne mein Herz! Doch beb' ich im Anschaun?Ach! des Todten Gebein! unsers Königs Gebein! ....

Streuet Blumen umher! Der Frühling ist wiedergekommen!

Wiedergekommen . . . ohn' Ihn! . . . Blüthe bekränze sein Grab!

Daniens schöne Sitte, die selbst dem ruhenden Landmann


 

Freudighoffend das Grab jährlich mit Blumen bedeckt,

Sey du festlicher jezt, und streu um des Königs Gebeine,

Auferstehung im Sinn, Kränze des Frühlings umher!

Sanftes, erheiterndes Bild von Auferstehung! Und dennoch

Trübt sich im Weincn der Blick, träufelt die Thrän' auf den Kranz?

Friederich! Fricderich! ach, denn dieses allein ist von Dir uns

Übrig! ein Leib, der verwest, bald noch zerfallnerer Staub!

Schweigendes Grabgewölbe, das seine Gebeine beschattet,

Schauer kömmt von dir her! langsam auf Flügeln der Nacht

Schauer! Ich hör' ihr Schweben. Wer seyd ihr, Seelen der Todten?

Glückliche Vätcr sind wir!  segneten, segneten noch

Friederich, als der Erde wir Erde gaben! Wir kommen

Nicht von Gefilden der Schlacht!. . . Ferne verliert sich ihr Laut,Und ich hör' ihr Schweben nicht mehr; allein noch bewölkt mich

Trauren um Ihn! Ach, da schläft er im Tode vor mir,

Den ich liebte! Wie einer der Eingebohrnen des Landes

Liebt' ich Fricdrich, und da schläft er im Tode vor mir!

Bester König! . . . . Es klagt Ihm nach der Muse Gespiele

Und der Weisheit! Um lhn trauert der Liebling der Kunst!

Bester König! .... Der Knabe, der Greis, der Kranke, der Arme

Weinen, Vater! . . . Es weint nah und ferne dein Volk!


 

Von des Hekla Gebirge bis hin zum Strome der Weser

Weinet alle dein Volk, Vater, dein glückliches Volk!

Kann dir Lohn Unsterblichkeit seyn; so beginnet die Erd' ihnJetzt zu geben! Allein ist denn Unsterblichkeit Lohn?Du, o Friederichs Sohn, du Sohn Louisens, erhabner

Theurer Jüngling, erfüll unser Erwarten, und sey,

Schöner, edler Jüngling, den alle Grazien schmücken,

Auch der Tugend, sey uns, was dein Vater uns war!

Heiliger kann kein Tempel Dir, als dieser voll Gräber

Deiner Väter, und nichts mehr Dir Erinnerung seyn,

Dass es alles Eitelkeit ist, und Thaten der TugendDann nur bleiben, wenn Gott auch von dem Throne Dich ruft!

Ach! im Tod' entsinkt die Erdenkrone dem Haupte,

Ihr Schimmer umwölkt bald der Vergänglichkeit Hand;

Aber es giebt auf ewig die ehrenvollere Krone

Jenen entscheidenden Tag seiner Vergeltungen Gott!

 

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